Feuerwehr übt Absturzsicherung in luftiger Höhe

Notfälle passieren nicht nur auf den Boden sondern auch in "luftiger Höhe". Um bei diesen Unfällen oberhalb von einem Meter Höhe sicher helfen zu können, haben acht Mitglieder der Ortsfeuerwehr Laatzen im Jahr 2012 an einer Grundausbildung zur Absturzsicherung teilgenommen. Während der achtstündigen Schulung lernten die Helfer den Umgang mit Seilen und Knoten um sich selbst zu sichern oder ggf. auch verunglückte Personen sicher "nach unten" bringen zu können.

Damit die Kameraden nicht aus der Übung kommen, wurde kürzlich eine Weiterbildung zu diesem Thema durchgeführt. Als Ausbilder konnte ein erfahrenes Mitglied einer großen deutschen Berufsfeuerwehr gewonnen werden, auch privat klettert der junge Mann sehr viel in unwegsamen Geländer herum. Er ist ein Spezialist auf seinem Gebiet. Zusätzlich war das DRK Laatzen mit zwei Helfern anwesend, um die Zusammenarbeit Feuerwehr/DRK zu verbessern. So konnte genau gesehen werden, wie die Feuerwehr an solche Einsätze herangeht und was genau passiert.

Morgens um 8 Uhr trafen sich die Laatzener Feuerwehrleute zusammen mit dem DRK Laatzen und dem Ausbilder im Rethener Feuerwehrhaus. In einem Theorieblock wurden die Grundlagen wiederholt und von Neuigkeiten sowie Gefahren und Unfällen berichtet. Nach gut 150 Minuten spannendem Unterricht ging es dann raus ins Rethener Gewerbegebiet. Die Firma Warner und Wedekind hatte ihren 40 Meter hohen Kran auf dem Betriebsgelände für die einzelnen Übungen zur Verfügung gestellt.
   
Am Anfang wurden die Grundtätigkeiten zu Sicherung geübt. Dazu gehörten insbesondere die Knoten sowie die Überprüfung des Materials. Bevor nicht alle die Knoten korrekt gebunden hatten, wurde die Übung nicht weiter fortgesetzt. Anschließend übten die Laatzener Helfer das gesicherte Besteigen des Krans von der Seite aus. Auch hier wurde genau auf die Seilführung und die Knoten geachtet. Bevor mit dem Klettern gestartet wurde, musste jeweils das ganze System der Sicherung durch eine zweite Person überprüft werden. Langsam aber äußerst sicher ging es nun erst einmal 20 Meter den Kran hinauf. Zum Schluss erklommen die Feuerwehrleute die Kranspitze in 40 Metern Höhe. Hier wurde dann noch das Sichern und Bewegen auf den Kranausleger geübt.
   
Stadtsicherheitsbeauftragter Michael Schröder beobachtete die Sicherungsmaßnahmen ganz genau und erinnerte dabei auch an letzten Einsatz, bei dem die Absturzsicherung erforderlich war: "Beim Wohnungsbrand in Gleidingen im Oktober letzten Jahres mussten wir auch auf das Dach steigen um etliche Ziegeln zu entfernen, dabei stand unsere eigene Absturzsicherung natürlich im Vordergrund". Sehr groß ist dabei das Vertrauen der ehrenamtlichen Brandschützerin das Material, denn sie hängen im wahrsten Sinne des Wortes "in den Seilen", natürlich immer doppelt gesichert.

Jedes Jahr steht für die achtköpfige Gruppe der Absturzsicherung eine 24-stündige Wiederholungsübung auf dem zusätzlichen Dienstplan. In 16 Stunden werden die Knoten wiederholt und der Systemaufbau geübt. Acht Stunden lang steht anschließend die praktische Ausbildung an. Unter Aufsicht wird dann an einem Baukran oder einem ähnlichen Objekt "geklettert".
In einer Abschlussrunde zogen die Helfer der Ortsfeuerwehr Laatzen ein positives Resumee. Auch die Firma Warner und Wedekind betonte noch einmal, dass ihr Kran für weitere Übungen zur Verfügung steht.

Im Rethener Feuerwehrhaus prüften die Feuerwehrleute ihre Gerätschaften, damit sie für einen evtl. Einsatz bereit sind. Man weiß nie wann es wieder heißt: Einsatz für die Feuerwehr, Absturzsicherung erforderlich.
Die Teilnehmer der Weiterbildung sind im Umgang mit dem Material jetzt aber top fit und stehen zum Einsatz bereit. Die Laatzener Bevölkerung kann sich also auf "ihre Feuerwehr" weiterhin verlassen.

Wer Interesse an der Feuerwehr hat, kann sich über die Aufgaben sowie die Eintrittsformalitäten im Internet informieren:

www.fw-laatzen.de
Über neue Mitglieder würde sich die Einsatzabteilung sehr freuen.

Bilder anbei, alle: Florian Paetz

   
© Fw-Laatzen.de